IG-JAHRESBERICHT 2007:

 

 

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AB 1. MAI 2009, NEUE IG-ZEITUNG NR.14 ERHÄLTLICH

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ERSTELLT: FEBRUAR 2007
AKTUALISIERT: 14.12.2009

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Jahresbericht 2007


Mitglieder und SympathisantInnen der IG Sozialhilfe am 17. Oktober 2007, Welttag zur Überwindung von Armut und Ausgrenzung an der Kundgebung auf dem Bundesplatz in Bern. Von links nach rechts: Roland Lienhard (BL), Beatrice Güntensperger (ZH), Andreas Haenni (KABBA, BE), Simone Rebmann (BE), Branka Goldstein (ZH), Thomas Näf (KABBA, BE). Bild: Thomas Lampart.

Rückblick 2007 ■ Begleitung und Betreuung ■ Menschenwürdiges Wohnen ■ Telefonische Kurzberatung ■ Materielle Direkthilfe ■ Öffentlichkeitsarbeit ■ MitarbeiterInnen■ Statistik


Rückblick auf das ereignisreiche Vereinsjahr 2007

Die IG Sozialhilfe setzt sich politisch seit ihrer Gründung vor dreizehn Jahren für die Verbesserung der Lebensqualität von armutsbetroffenen Menschen in der Schweiz ein. Zwischen In- und AusländerInnen wird nicht unterschieden. Das Besondere der IG Sozialhilfe ist die Zusammen- und Mitarbeit von Armutsbetroffenen auf allen Ebenen. Die IG Sozialhilfe ist ein politisch und konfessionell unabhängiger gemeinnütziger (d. h also auch steuerbefreiter) Verein und finanziert sich ausschliesslich durch private Spenden. Sämtliche Leistungen und Aktivitäten der IG Sozialhilfe beruhen auf Unabhängigkeit und gegenseitiger Freiwilligkeit. Die IG Sozialhilfe steht jedoch politisch klar auf der Seite der Armutsbetroffenen und ist frei von staatlichen Leistungsaufträgen.
Ein wesentlicher Teil der Aktivitäten der IG Sozialhilfe wird durch ehrenamtliche solidarische Arbeit geleistet: Sowohl qualifizierte Fachpersonen wie auch Armutsbetroffene setzten sich engagiert für die Anliegen des Vereins ein. Besonderen Dank verdienen deshalb die vielen Freiwilligen, deren Einsätze aufgerechnet über 600 Arbeitsstunden betragen. Insbesondere die Öffentlichkeitsarbeit (Veranstaltungen, die Gestaltung sowie Koordination unserer Website und die Produktion der IG Sozialhilfe-Zeitung) wird durch solidarische Arbeit geleistet.

Soziale Begleitung und Betreuung

Intensive Langzeitbetreuung
Der grösste Bereich unseres Vereins ist die Unterstützung und Begleitung von armuts­betroffenen, chronisch kranken SozialhilfebezügerInnen und IV-RentnerInnen. Viele dieser Menschen leben seit Ihrer Kindheit sehr arm und waren nie gesellschaftlich integriert, sodass sie immer wieder durch alle sozialen Netze fallen.
Um medizinische Behandlung zu gewähren, sind persönliche Begleitungen erforderlich, weil mehrfach Kranke dies oft nicht allein schaffen oder dafür zu wenig tragfähige Beziehungen zu anderen Menschen haben. Ebenso sind die Schwellen für diese Menschen bei der öffentlichen Sozialhilfe viel zu hoch, wie das nachfolgende Beispiel eines E-Mails zeigt.

Dieser 27-jährige Mann, Schweizer, der der IG Sozialhilfe dieses E-Mail schrieb, ist seit seiner Jugend Vollwaise. Als Kind wurde er oft zwischen Elternhaus und Kinderheimen herumgeschoben. Ebenfalls im Kindesalter lag er aufgrund eines schweren Autounfalls über längere Zeit im Koma. Noch heute leidet er sowohl physisch als auch psychisch an den Spätfolgen dieses Unfalls. So ist er weder in der Lage, erwerbstätig zu sein, noch den Ansprüchen der staatlichen Ämter zu genügen. Um ihm die nötige Unterstützung zu gewähren, organisierte die IG Sozialhilfe eine psychiatrische Behandlung. Aufgrund der psychiatrischen Diagnose wurde ihm ein Arztzeugnis ausgestellt, das ihm Arbeitsunfähigkeit attestierte. Der von der IG Sozialhilfe ebenfalls engagierte Anwalt konnte somit die Rechtsansprüche des Mannes beim Sozialamt geltend machen. Der IG Soziahilfe-Betreuer hilft ihm, die Termine einzuhalten und begleitet ihn zum Arzt, Psychiater, Anwalt oder zum Sozialarbeiter des Sozialamtes. Dem 27-Jährigen bedeutet der IG Sozialhilfe-Betreuer enorm viel. Auch hier zeigt es sich, dass der Betreuer oft die einzige vertrauenswürdige Bezugsperson für den Armutsbetroffenen ist.
Ein Dutzend Menschen, die folgende Kriterien erfüllten, betreute die IG Sozialhilfe im Jahre 07:

  • der eigene Wunsch, begleitet zu werden;
  • das Leben verbessern zu wollen;
  • fehlende persönliche Ressourcen für andere Betreuungsangebote;
  • Chronifizierte physische und psychische Krankheit;
  • über mehrere Jahre lang Erwerbsarbeitsunfähigkeit;
  • Opfer von sexueller Ausbeutung / brachialer Gewalt;
  • keine tragenden Familienangehörige und/oder FreundInnen;
  • kein stützendes soziales Umfeld;
  • bestehende oder bevorstehende Verwahrlosung und Verelendung.

In solchen Fällen übernimmt die IG Sozialhilfe immer auch die gesamte persönliche Finanzverwaltung.

Begleitung zur Ermächtigung von Frauen und Familien
Viele armutsbetroffene Frauen in der Schweiz leben noch immer in entwürdigenden Lebenssituationen. Von Gleichstellung, sozialer und ökonomischer Emanzipation profitiert meistens nur derjenige Teil der Frauen, die in privilegierten sozioökonomischen Verhältnissen leben. Frauen aus unteren sozialen Milieus, insbesondere allein erziehende Mütter, sind oft gezwungen, weit über ihre Kräfte zu arbeiten und betreiben für ihre Existenzsicherung im wörtlichen Sinne gesundheitlichen Raubbau. Zudem waren oder sind sie brachialer (sexueller) Gewalt schutzlos ausgeliefert. Diese Traumen wurden in der Regel nie behandelt, weil die materiellen wie auch psychosozialen Voraussetzungen dafür fehl(t)en. Das Leben dieser Frauen bestand aus Arbeit, Verpflichtung, persönlichem Verzicht und Erduldung: Sie hatten kaum Kraft, ihr Selbstbewusstsein und Selbstwertgefühl zu entwickeln. Ihr Überlebenskampf für die Familie stand an vorderster Stelle. Diesen Frauen gelingt es auch Jahre danach oft nicht, ihre Rechte wahrzunehmen oder für ihre Gesundheit zu sorgen: Sie leiden unter psychischen Störungen, chronischen körperlichen Krankheiten, gynäkologischen Problemen, rheumatischen Erkrankungen, Schmerzsyndromen usw. Not und Schmerz bestimmen ihr Leben.
Ziele der Langzeitbegleitung in derartigen Fällen ist die konkrete, individuelle Umsetzung der gesundheitlichen und sozialen Menschenrechte: Das heisst, die umfassende Verbesserung und Stabilisierung der gesundheitlichen, psychischen sowie sozialen Lebenssituation dieser Frauen und ihrer Kinder. Im Gegensatz zu anderen Institutionen ist die persönliche Bezugsperson der IG Sozialhilfe für sämtliche Bereiche der ganzen Familie zuständig.

Unterstützung und Beratung durch kontinuierliche Bezugspersonenarbeit
Ein Kreis von armutsbetroffenen Menschen, Familien wie Einzelpersonen, aus verschiedenen Regionen der Schweiz melden sich bei der IG Sozialhilfe regelmässig, weil sie wissen, dass jemand da ist für sie – als ihre langjährige Vertrauens- und Bezugsperson. Seit Jahren sind die IG Sozialhilfe-BetreuerInnen mit ihnen in regelmässigem, beraterischem Kontakt. Sehr intensive Betreuungen mit zum Teil auch Kriseninterventionen (insbesondere dann, wenn die Betreffenden mit ihrer persönlichen Situation überfordert sind) wechseln sich mit einigermassen stabilen Zeiten ab, in denen neu auftauchende Probleme besprochen werden möchten. Diese kontinuierliche Unterstützung wirkt stabilisierend, und es ist für diese Menschen äusserst wichtig zu wissen, dass sie in ihrer Not nicht allein gelassen werden und jederzeit Hilfe holen dürfen.

Juristische Beratung und Betreuung
Im Rahmen der diversen Begleitungen und Betreuungen gibt es immer wieder rechtliche Fragen, die es zu klären gilt. Oft sind Einsprachen oder Rekurse im Bereich der IV und der Soziahilfe notwendig, um die Rechte der Armutsbetroffenen durchzusetzen. Erste Abklärungen, ob zum Beispiel ein Rechtsanwalt notwendig ist und die IG Sozialhilfe allfällige Kosten übernehmen würde, werden oft bereits bei der ersten Beratung am Telefon (s. weiter unten) beschlossen. Kommt es zu einem Gerichtsverfahren, beantragt die RechtsanwältIn selbstverständlich unentgeltliche Prozessführung, was auch in den meisten Fällen gewährt wird.

Menschenwürdiges Wohnen – selbstbestimmtes Wohnen

Einige armtsbetroffene Menschen, die bei uns Hilfe suchten, waren obdachlos. Um Obdachlose zu MieterInnen werden zu lassen, haben wir das Menschenwürdige Wohnen aufgebaut. Aufgrund von Obdachlosigkeit (d. h. also ohne einen gemeldeten Wohnsitz) können Armutsbetroffene ihren Anspruch auf Sozialleistungen, IV-Rente, Zusatzleistung oder Sozialhilfe verlieren oder gar keine Leistungen bekommen, weil es ohne einen festen Wohnsitz keine Sozialleistungen gibt. Dies hat zur Folge, dass ohne Sozialleistungen auch keine Krankenversicherung abgeschlossen werden kann und medizinische Behandlungen enorm erschwert werden. Damit solche Menschen nicht verelenden oder gar vorzeitig sterben, ist Menschenwürdiges Wohnen von grundlegender Bedeutung. Dieses Jahr gab es keinen Wechsel von MieterInnen: Insgesamt lebten neun Personen in unseren acht Kleinwohnungen. Im Laufe des Jahres hat die IG Sozialhilfe für ein Paar, das in einer Kleinwohnung lebte, eine Dreizimmerwohnung hinzu mieten können. Die frei werdende Wohnung konnte an eine Frau vermittelt werden, die bis anhin in äusserst prekären Verhältnissen wohnen musste.
Voraussetzung für das Wohnen im Projekt der IG Sozialhilfe ist die sozioökonomische Situation: Grundsätzlich sollten die zukünftigen MieterInnen Anspruch auf Sozialhilfe, Leistungen der Invalidenversicherung oder auf Zusatzleistungen haben. Ebenso müssen sie einwilligen, dass die IG Sozialhilfe ihre Finanzverwaltung übernimmt, damit sichergestellt werden kann, dass die Mieten, die von den Ämtern bezahlt werden, auch tatsächlich für Mieten gebraucht werden.

Kurzberatung am Telefon oder per E-Mail

Der Bedarf an Information von Armutsbetroffenen über ihre Rechte in Bezug auf Sozialhilfe oder anderweitige staatliche Leistungen ist gross. Die Logik der Ämter, die sich meistens an den Richtlinien der Schweizerischen Konferenz für Sozialhilfe orientieren, hat oft sehr wenig mit der Alltagsrealität der SozialhilfebezügerInnen zu tun. Deshalb ist es für SozialhilfebezügerInnen enorm wichtig, dass sie sich bei einer unabhängigen Stelle informieren und beraten können, um ihr Rechte auch einzufordern oder selbstbestimmt zu entscheiden. Leider hatten wir diesem Jahr kaum Kapazitäten, um umfangreiche persönliche Beratungen durchzuführen (vgl. Kapitel Juristische Beratung und Betreuung).

Materielle Direkthilfe

Grundsätzlich leisten wir nur materielle Direkthilfe an Menschen, die durch ihre Krankheit und/oder Behinderung gar keine Möglichkeit haben, zusätzlich zu neuen finanziellen Mitteln zu gelangen. Das heisst also, dass die IG Sozialhilfe nur dort materielle Direkthilfe gewährt, wo sämtliche andere Unterstützungs- und Rechtsansprüche ausgeschöpft sind. Materielle Direkthilfe der IG Sozialhilfe trägt dann immer zu einer spürbaren Verbesserung der Lebensqualität der unterstützten Personen bei. Selbstverständlich klärt die IG Sozialhilfe vorgängig die finanzielle Situation genauestens ab. Der IG Sozialhilfe ist es auch dieses Jahr wieder gelungen, einen Teil der materiellen Direkthilfe durch Gesuche an Hilfswerke und Stiftungen zurückerstattet zu bekommen.
Auch im Jahr 2007 gab die IG Sozialhilfe wieder Lebensmittelkarten vom TISCHLEIN DECK DICH an Armutsbetroffeneab.

Öffentlichkeitsarbeit

Die Website: www.ig-sozialhilfe.ch
Im Februar 2007 wurde die Website der IG Sozialhilfe in ehrenamtlicher Solidaritätsarbeit völlig neu gestaltet: Durchschnittlich besuchten uns jeden Tag über zwanzig Interessierte.

Die IG Sozialhilfe-Zeitung
Wie jedes Jahr erschien die IG Sozialhilfe-Zeitung anlässlich des 1. Mai mit grundsätzlichen Stellungnahmen zur Sozialpolitik. Schwerpunkt der Zeitung war die fünfte IV-Revision sowie die Sparpolitik, die nicht davor zurückschreckt, die Armutsbetroffenen auch noch zu Sündenböcken zu stempeln. Die Zeitung, Nummer zwölf, kann weiterhin bestellt werden.

Zeitungsverkauf
Am ersten Verkaufstag gelang den Mitgliedern und SympathisantInnen der IG Sozialhilfe ein sehr grosser Erfolg: Gegen 1’000 Zeitungen wurden in folgenden 21 Städten verkauft: Aarau, Baden, Bremgarten, Brugg, Solothurn, Lenzburg, Olten, Basel, Rheinfelden, Bern, Luzern, Schaffhausen, Rapperswil, Uster, Affoltern a. Albis, Bülach, Dietikon, Winterthur, St. Gallen, Chur und Zürich.
Nach diesem Grosseinsatz verkauften mit grossem Engagement hauptsächlich drei IV-Rentnerinnen und ein Sozialhilfebezüger die IG Sozialhilfe-Zeitung an weiteren sozialpolitischen Anlässen in der gesamten Deutschschweiz.

Artikel der IG Sozialhilfe in anderen Zeitungen
Immer wieder werden Artikel aus der IG Sozialhilfe-Zeitung von anderen Zeitungen und Zeitschriften abgedruckt, um den Armutsbetroffenen eine politische Stimme zu geben oder um auf soziale Missstände aufmerksam zu machen. Zudem wird die Zeitung der IG Sozialhilfe oft in Diplomarbeiten zitiert, die an Fachhochschulen für Soziale Arbeit verfasst werden.

Beziehungen zu anderen Betroffenen-Organisationen
Die IG Sozialhilfe hat dieses Jahr mit dem KABBA, dem Komitee der Arbeitslosen und Armutsbetroffenen Bern, eine solidarisch-freundschaftliche Beziehung aufgebaut: Erstes Ergebnis ist der gemeinsame Auftritt in Bern vor dem Bundeshaus am 17. Oktober 2007, anlässlich des Welttags zur Überwindung von Armut (vgl. Foto auf der Titelseite).
Solidarisch-freundschaftliche Beziehungen pflegt die IG Sozialhilfe seit Jahren mit der Selbsthilfegruppe von SozialhilfebezügerInnen und IV-RentnerInnen aus Basel. Auch diese Gruppe nahm an der Veranstaltung am 17. Oktober 2007 in Bern teil.
Mit SPAR (der Schweizerischen Plattform für Armutsbetroffene), die dieses Jahr entstanden ist, ist die IG Sozialhilfe regelmässig in Kontakt.

Öffentliche Auftritte der IG Sozialhilfe/Veranstaltungen
Um Lobby- und politische Unterstützungsarbeit für Armutsbetroffene und Behinderte leisten sowie über konkrete Lebenssituationen und Sichtweisen von Armutsbetroffenen berichten zu können, wurden Mitglieder der IG Sozialhilfe zu zahlreichen Anlässen eingeladen. Darüber hinaus führte die IG Sozialhilfe auch eigene Veranstaltungen durch oder beteiligte sich an sozialpolitischen Tagungen, um ihre Perspektive einzubringen.

  • ‚Tag der Drogentoten’ (1. Februar 2007, Fraumünster, Zürich)

Von der Angehörigenvereinigung Drogenabhängiger (ada-zh.ch) wurde Branka Goldstein, Präsidentin der IG Sozialhilfe, als Gast an die Gedenkfeier eingeladen. Sie las Texte eines Verstorbenen, den die IG Sozialhilfe sechs Jahre lang intensiv betreut hatte; er war auch Mieter des Wohnprojekts der IG Sozialhilfe. Die ZuhörerInnen waren tief beeindruckt und gleichzeitig stark betroffen vom tragischen Schicksal dieses Menschen. Nach der Veranstaltung dankte die ada-zh.ch der IG Sozialhilfe ausdrücklich für die intensive Betreuung von DrogenkonsumentInnen.

  • ‚Menschen im Schatten des Städtewettbewerbes’ (22. März 2008, Rote Fabrik, Zürich)

Das stadt.labor lud zu einem Podium ein mit dem Thema: „Standortwettbewerb und Prekarisierung“. Franz Schibli, Vize-Präsident der IG Sozialhilfe, konnte auf diese Weise die Situation von Armutsbetroffenen in die Diskussion einbringen, die immer mehr an die Ränder der Städte und der Gesellschaft gedrängt werden, um den Finanzplatz Zürich nicht zu stören.

  • ‚Von Welfare zu Workfare’ (7. Mai 2007, Kaserne, Basel)

Zu diesem aktuellen und brisanten Thema lud die Armutsliste Basel ein. Franz Schibli von der IG Sozialhilfe konnte als Moderator eine angeregte und inhaltsreiche Diskussion zwischen den PodiumsteilnehmerInnen und der zahlreichen ZuhörerInnen lancieren: Sehr persönliche Statements wechselten sich mit soziologischen Befunden zur neuen Politik der ‚leeren Kassen’ und der Sozialdisziplinierung ab.

  • ‚Solothurner SKOS-Tage’ (6./7. September 2007, Solothurn) der Schweiz. Konferenz für Sozialhilfe

Zwei Vorstandsmitglieder der IG Sozialhilfe sowie ein Mitglied von KABBA Bern und zwei Mitglieder der Liste 13 aus Basel nahmen an der jährlichen Tagung der SKOS (Schweizerische Konferenz für Sozialhilfe) teil. Diese Gruppe nutzte die SKOS-Tagung intensiv, um den anwesenden Fachpersonen die Sichtweise und die schwierigen Lebensbedingungen von Armutsbetroffenen aufzuzeigen und – selbstverständlich – kritische Fragen zu stellen.

  • ‚SVP nicht willkommen - Fest gegen Rassismus’ (6. Oktober 2007, Münsterplatz, Bern)

Damit Armut in der Schweiz auch Thema am bewilligten politischen Fest gegen Rassismus sein konnte, wurde Branka Goldstein als Rednerin eingeladen. Auf dem Münsterplatz sprach sie zu ungefähr 1’000 ZuhörerInnen und zeigte auf, wie die SVP die Armutsbetroffenen statt die Armut bekämpft: Armutsbetroffene würden entmenschlicht, weil sie nur als Kostenfaktor gesehen würden. Dadurch würde die emotionale Stimmung gegen SozialhilfebezügerInnen enorm angeheizt. Einzelschicksale würden kaum noch wahrgenommen (die vollständige Rede kann auf der Website der IG Sozialhilfe gelesen werden).

  • ‚Welttag zur Überwindung von Armut und Ausgrenzung’ (17. Oktober 2007, Bern, Bundesplatz)

Höhepunkt dieses Jahres war der 17. Oktober 2007, der ‚Welttag zur Überwindung von Armut und Ausgrenzung’: Mit Bahn und Kleinbus reisten elf IG Sozialhilfe-Mitglieder und SymapthisantInnen aus verschiedenen Landesteilen nach Bern und brachten die bekannten gelben Transparente und die beiden Stellwände der IG Sozialhilfe mit . Die Mitglieder vom KABBA Bern und der Selbsthilfegruppe Basel waren bereits auf dem Platz. Dieser wunderschöne Herbstnachmittag war eine gute Gelegenheit, sich gegenseitig kennenzulernen und persönliche wie auch politische Erfahrungen auszutauschen. KABBA erschien mit Plakaten und Handzetteln gegen die entwürdigende Missbrauchshetzkampagne. Viele PassantInnen betrachteten sehr interessiert Stellwände und Präsentationen der IG Sozialhilfe. Es gab angeregte Diskussionen mit zufällig vorbeigehenden Leuten und anderen KundgebungsteilnehmerInnen.

  • ‚Workfare – Buchvernissage von Kurt Wyss (15. November 2007, Rote Fabrik, Zürich)

Kurt Wyss, Soziologe aus Zürich und Autor vieler Artikel in der Zeitung der IG Sozialhilfe, konnte am 15. November 2007 feierlich sein neues, in der edition 8 erschienenes Buch ‚Workfare – Sozialstaatliche Repression im Dienst  des globalisierten Kapitalismus’ vorstellen. Daran anschliessend debattierten Fachleute aus Forschung und Praxis (auch Branka Goldstein war als Podiumsteilnehmerin eingeladen) zur ‚Notwendigkeit kritischer Forschung für eine kritische Praxis’. Franz Schibli durfte das zahlreich erschienene Publikum, das lebhaft mitdiskutierte, durch den Abend führen.

  • ‚Armutsbetroffene werden geopfert – Diskussionsveranstaltung der IG Sozialhilfe’ (13. Dezember 2007, Gemeinschaftszentrum Riesbach, Zürich)

Über 30 Leute aus Zürich, Basel, Bern, Graubünden und Nidwalden nahmen an der Jahresveranstaltung der IG Sozialhilfe im Gemeinschaftszentrum Riesbach teil. Beim gemütlichen Nachtessen trafen sich viele, die sich schon am 17. Oktober 2007 in Bern getroffen hatten. Es fanden ein reger Austausch und interessante Diskussionen statt. Es hatte jedoch auch Leute, die zum ersten Mal an die Jahresveranstaltung der IG Sozialhilfe kamen und regelrecht begeistert waren, dass es die IG Sozialhilfe gibt. Als Einleitung zur eigentlichen Diskussion gab es ein Podium zum Thema ‚Sozialabbau und die Folgen für die davon Direktbetroffenen’ mit Pierre Heusser, Rechtsanwalt aus Zürich, Thomas Näf, Präsident KABBA aus Bern und Branka Goldstein, Präsidentin IG Sozialhilfe. Die Diskussion mit allen Teilnehmenden war sehr angeregt: Einige berichteten von ihren persönlich erlittenen Ungerechtigkeiten und entwürdigenden Erfahrungen mit dem Sozialwesen. So zeigte sich, dass die Anwesenden fast alle Armutsbetroffene waren, die viele eindrückliche wertvolle Beiträge zum Thema beitrugen.

Solidarische Freiwilligenarbeit

Ehrenamtliche solidarische Arbeit wurde von zahlreichen Personen in folgenden Bereichen geleistet: Geschäftsleitung, Vorstandsarbeit, Personalwesen, Buchhaltung, Informatik, Büro, Rechnungswesen, Revision, Zeitungsverkauf und Öffentlichkeitsarbeit (Zeitungsproduktion, Referate etc.).

Betreuungsstatistik der Arbeit der IG Sozialhilfe 2007

Total der Beratungen und
Betreuungen Armutsbetroffener
    2007: 4684
    2006: 4588 (ohne Kulturlegi)

Sie kamen aus…

 
 
 

Sozioökonomische Situation

 

 
 

Davon sind…

Nationalität


Art der Intervention


Matronats- und Patronatskomitee der IG Sozialhilfe

Folgende Persönlichkeiten unterstützen die Tätigkeit der IG Sozialhilfe:

Abt Urs, dipl. Psychologe, Maur/ZH * Baeriswyl Michel, Dr. phil., Kulturphilosoph, Sozialpsychologe, Zürich * Bänziger-Müller Suzanne, Schulleiterin, Rufi/ZH * Beck-Kadima Muriel, lic. jur., Juristin, Menschenrechtsbeauftragte, Ipsach/BE * Bolli Karl, Dr. med., Niederweningen/ZH * Bühlmann Cécile, Alt-Nationalrätin, Luzern * de Baan Verena, Supervisorin und Organisationsberaterin, Zürich * Etter Urs, Dr. theol., Männedorf/ZH * Furrer Hans, Dr. phil., Erwachsenenbildner, Boll/BE * Giovanelli-Blocher Judith, Autorin, Supervisorin, Biel * Goll Christine, Nationalrätin, Erwachsenenbildnerin, Präsidentin VPOD, Zürich * Grünenfelder Rico, lic. phil I, Soziologe, Informatiker * Gubser Yasmin, Rechtsanwältin, Zürich * Gyr Christian, Umweltfachmann, dipl. natw. ETH, Bottmingen, BL * Häner Urs, Leiter Arbeitslosen-Treff, Luzern * Hanhart Dieter, Dr. phil., Psychologe, Männedorf/ZH * Heusser Pierre, Dr. iur., Rechtsanwalt, Zürich * Huonker Renata, lic.phil., Pfarrerin, Zürich * Huonker Thomas, Dr. phil., Historiker, Zürich * Hurni-Caille Louisette, Vorstandsmitglied der Schweiz. Sektion “Défense des Enfants International” und Mitverfasserin des Berichts “Kindesmisshandlung in der Schweiz” an den Bundesrat, Bern * Jäggi Christian, Dr. phil., Ethnologe, Leiter Kommunikationsforschung Meggen/LU * Jegge Jürg, Leiter Märtplatz, Rorbas/ZH * Koller Erwin, Dr. theol. Journalist, Uster * Mäder Ueli, Prof. Dr., Soziologe, Basel * Maggi Bruno, prakt. Arzt, Zürich * Meili M., Dr. med., Arzt, Zürich * Mezger Eva, Journalistin, Zürich * Münch Annelies, Sozialpädagogin, Prof. Fachhochschule für Soziale Arbeit, Basel * Nikol-Frutiger Hans, lic. phil., Theologe, Vizepräsident Caritas AG, Zofingen * Oertle Daniel, Dr. med. Zürich * Prelicz-Huber Katharina, Kantonsrätin, Dozentin für Soziale Arbeit, Gemeinderätin, Zürich * Rech­steiner Paul, Nationalrat, Präsident des Schweiz. Gewerkschaftsbundes, St. Gallen * Roth Marianne, PR Beraterin, Zürich * Rumpf Bernhard, Soziologe, Projektkoordinator, Zürich * Schaub-Römer Christian, Dr. med. Psychiater, Zürich * Schenkel Marianne, Ärztin, Zürich * Schibli Franz, Theologe, Sozialarbeiter, St. Gallen * Schmid Regula, Pfarrerin, Horgen/ZH * Schmidlin-Onofri Alois, dipl. Sozialarbeiter, Schaffhausen * Schwyn Christine, lic. Phil., Sozialpsychologin, Zürich * Seidenberg André, Dr. med., Zürich * Seiler Alexander J., Dr. phil., Filmautor und Publizist, Zürich * Spiegel Miriam, Sozialarbeiterin, Paar- und Familientherapeutin, Zürich * Spieler Willy, Redaktor Neue Wege, Zürich * Spillmann Margrit, Dr. iur. Juristin, Zürich * Spörri Dorothea, Dozentin für Soziale Arbeit, Zürich * Steiger-Sackmann Sabine, Rechtsanwältin und Notarin, Olten * Suter Tabita, M.A., lic. phil. I, Philologin, Psychologin, Zürich * Thanei Anita, lic. jur, Rechtsanwältin, Nationalrätin, Zürich * Vischer Daniel, Dr. iur., Rechtsanwalt, Nationalrat, Zürich * Voss Christine, lic. phil. I, Redaktorin * Wagner Antonin, Professor, Zürich * Waldburger Samuel, Psychoanalytiker, Zürich * Wallimann Isidor, Dr. phil., Dozent, Basel * Weidmann Afra, Schreibende, Zürich * Weil Anjuska, Kindergärtnerin, Alt-Kantonsrätin, Zürich * Wicki Maja, Dr. phil., Philosophin, Psychoanalytikerin, Zürich * Winizki David, Dr. med., Zürich *  Wyss Kurt, Soziologe, Zürich * Zanolari Oreste, pens. Ingenieur, Soziologe, Zürich * Zurbuchen Christian, Pfarrer, Horgen/ZH * Zurbuchen Susi, Mittelschullehrerin, Horgen/ZH * Zürrer Bertel, Musiklehrerin, Zürich * Zürrer Hansheiri, Theologe, Zürich.

Die IG Sozialhilfe ist ein parteipolitisch und konfessionell unabhängiger Verein, der klar auf der Seite der Armutsbetroffenen steht. Wir finanzieren uns ausschliesslich durch private Spenden. Ihre Spende können Sie von den Steuern abziehen. Spenden sind erbeten auf:

PC 80-47672-7

IG Sozialhilfe, Postfach, 8032 Zürich

        

 

     

 

 

 

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